Das Schweriner Schloss - ein Traum in Wirklichkeit
Das Schweriner Schloss, in romantischer Lage auf einer Insel im Schweriner See gelegen, zählt zu den bedeutendsten Bauten des Historismus in Europa. Seine bis heute bewahrte Gestalt erhielt es während des letzten großen Schlossumbaus im 19. Jahrhundert unter Einbeziehung von vier Häusern aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. In diesen älteren, seeseitigen Gebäuden ist in drei Etagen das Schlossmuseum etabliert.
In der Beletage, den ehemaligen Wohn- und Gesellschaftsräumen der Großherzogin, wird heute Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts in Räumen vorgestellt, die Auskunft geben über Innenarchitektur sowie künstlerische und handwerkliche Leistungen während des Historismus.
In der Festetage lagen Wohnung und Repräsentationsräume des Großherzogs. Hier befinden sich u. a. der Thronsaal als bedeutendster Festsaal des Schlosses und die Ahnengalerie, die in lückenloser Reihenfolge Gemälde aller regierenden Herzöge der Dynastie Mecklenburgs vom 14. bis zum 18. Jahrhundert enthält.
Ein architektonisches Kleinod innerhalb der Schlossanlage ist die im 16. Jahrhundert als erste protestantische Kirche Mecklenburgs errichtete.
Der Burggarten wurde angelegt im Stil eines englischen Landschaftsgartens. Mit seltenen Gehölzen, einer terrassenförmigen Anlage über Orangerie und Grotte bis zu den Rasenflächen am Ufer und Blick auf den größten See Mecklenburgs, den Schweriner See, lädt er zum Spaziergang ein.
Im barocken Schlossgarten, entstanden nach Plänen Legeays, umrahmen 14 Gartenplastiken aus der Werkstatt Permosers den doppelarmigen Kreuzkanal.Zur baulichen Geschichte:
Die erste Nachricht von einem Vorgängerbau des heutigen Schlosses ist in dem Bericht enthalten, den der jüdische Kaufmann aus dem arabischen Andalusien Ibrahim Ibn Jacub 973 über seine ins slawische Gebiet östlich der Unterelbe unternommene Reise verfasste. Seine Beschreibung einer Inselburg in einem Süßwassersee meint wahrscheinlich die obotritische Grenzburg auf der heutigen Schlossinsel. Das Vorhandensein einer solchen Anlage untermauerten Ausgrabungen von Teilen des alten slawischen Burgwalls im Jahre 1987.
Sieben Jahre später wurde der Sohn des 1160 im Kampf gegen Heinrich den Löwen gefallenen Fürsten Niklot zum Landesherren erhoben.
In der folgenden Zeit bis zum 19. Jahrhundert wurde das Schloss nach den Vorlieben des jeweiligen Herrschers auf- und umgebaut. Zum Teil waren die Umbaumaßnahmen so gravierend, daß von den Bauten aus der Zeit des Mittelalters nichts erhalten geblieben ist.
Das Schloss, wie man es heute sieht, wurde um die Mitte des letzten Jahrhunderts fertiggestellt. Verantwortlich dafür waren der damals herrschende Friedrich Franz II. , der 1842 mit 19 Jahren den Thron bestieg, und sein Hofbaurat Georg Adolph Demmler.
Seit Herbst 1990 hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommern wiederum seinen Sitz im Schloss Schwerin.
Interessierten bietet das Schlossmuseum interessante Einblicke in die Geschichte des Schweriner Schlosses.